Thema: Raumakustik
Bauanleitung - 1D Skyline Diffusor

Hallo
Nun habe ich meinen ersten 1D Diffusor, für meine neue Regie gebaut und möchte euch berichten.
Denn folgenden Spruch kennt jeder: “Aus Fehlern lernt man”. Bei diesen Projekt habe ich viel gelernt 
Vom berechnen begonnen bis zum transport ins Studio.
Vielleicht läßt sich ja der eine oder andere Fehler bei euch durch meine Doku vermeiden.
Gleich vom Anfang weg habe ich das Programm QRDude nicht richtig angewendet.
Wärend ich den 1D [lexicon]Diffusor[/lexicon] baute habe ich die notwendigen Infos geholt.
(Ja ich weiß)
Um einen wirklich passenden 1D [lexicon]Diffusor[/lexicon] für seinen Raum zu berechnen spielen viele Faktoren zusammen.
Ich möchte nun folgend die groben und wichtigen Punkte hier schildern.
Design

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Der wichtige Frequenzbereich eines 1D Diffusor liegt zwischen 900Hz und 2500Hz und sollte im rot unterstrichenen Teil (im Bild oben) enthalten sein.
Der Frequenzbereich sagt aus wo der Diffuso “richtig” arbeitet. Also zeitlich sowie räumlich. Auch außerhalb diesen Bereichs arbeitet der Diffusor noch. Der gelb unterstrichene Wert sagt aus wie tief der Diffusor noch wirkt, hier aber nur noch auf räumliche Basis. Dieser Wert sollte nicht unter der 4 fachen Schröderfrequenz des Raumes liegen. (Hiermit läßt sich die Schröderfrequenz berechnen)Klickt man auf “Lobes” dann “75%” erhält man ein weiteres Fenster. Rechts unten bei “Plate frequency” steht dann der Wert wie hoch der Diffusor räumlich noch wirkt.
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Der tatsächliche Abstand zwischen Abhörplatz und Diffusor ist nicht der blau unterstrichene Wert (im Bild) Dieser Wert (Abstand) läßt den Diffusor erst ab der Designfrequenz funktionieren.
Im Fenster “Lobes” rechts unten, steht neben “Revised seating distance” der richtige Mindestabstand damit auch die gesamte “Wirkung” des [lexicon]Diffusor[/lexicon] genutzt werden kann.Klickt man auf “Scorecard” öffnet sich ein weiteres Fenster mit 4 Punkten.(grün oder gelb angehackt oder ein rotes Kreuz)
Punkt 1.: zeigt die gesamte Breite des geplanten Diffusors und sagt aus, ob auch die Größe zur Frequenz passt. Man beachte hier 2 weitere Punkte. Man kann ja auch 2 oder mehr Stücke von dem geplanten Diffusor bauen und neben/übereinander aufstellen. So sollte man dann die tatsächliche Breite bedenken. Die Höhe des Diffusors beachten

Punkt 2.: sagt uns ob die Breite der Wells im Verhältniss zur Designfrequenz passend ist. Ganz unten im Fenster würde auch die optimale Breite der Wells für den designeten [lexicon]Diffusor[/lexicon] stehen. (Die Wells dürfen zwar breiter sein aber nicht schmaler als dieser angegebener Wert)
Punkt 3.: zeigt nun, wieviele “richtige” diffuse Frequenzen der Diffusor beeinhaltet. Hier sollten als unterstes Minimum 3 Werte stehen.(je mehr desto besser). Mit der breite der Wells und der Designfreuenz läßt sich dies verändern. So ergibt sich auch die maximale breite der Wells!
Punkt 4.: zeigt auch wie Hoch Frequenz der Diffusor noch auf Räumliche Basis arbeitet.
Mein berechneter Diffusor (oben im Bild) wirkt viel tiefer als ich bei mir anwenden kann, da der Abstand zwischen mir und Diffusor ca. 2,7 meter beträgt. Was mein Diffusor nun ungenutzt tiefer wirkt, hätte er umso höher wirken dürfen wobei sich gleichzeitig auch mehr “richtige” diffuse Frequenzen ergeben hätten.
Nun zur Tat
Ich habe die gesamtem Teile alle im Baumarkt zuschneiden lassen. (Außer die xps Platten)

Bestehend aus:
- 1 x Stück Spanplatte roh 19mm stark, 128,8cm mal 202,2cm für die Rückwand
- 2 x Stück Spanplatte roh 19mm stark, 125,0cm mal 25,0cm für die Seitenteile
- 2 x Spanplatte roh 19mm stark, 202,2cm mal 25,0cm für die ober und Unterteile
- 31 x Spanplatte weiß beschichtet 8mm stark (besser 10mm) , 125,0cm mal 6,0cm für die Sequenzen (Wells)
- 30 x Hartfaserplatten 4mm stark, 125cm mal 25,0cm für die Fins
- 7,5 Liter Dispersionsfarbe (kann ich nicht empfehlen, meine nächsten Diffusoren werden lackiert!!! )
- 14 x XPS Platten 30mm, ich hatte aus anderen Gründen nur 3cm starke XPS Platten und da meine Wells 6cm breit sind, mußte ich die doppelte Menge schneiden.
- Zum zusammenkleben habe ich Pistolenschaum benutzt. Natürlich gibt es auch XPS Kleber, Holzleim usw. jeder sollte für sich den besten benutzen. Bei PU-Schaum unbedingt den Pistolenschaum verwenden!!!
Streichen
- Zuerst alle 30 Stück Fins beidseitig schwarz gestrichen:

Rahmen
- Danach habe ich einen Kasten zusammen geschraubt, wo später der 1D [lexicon]Diffusor[/lexicon] rein gebaut wird.

- Den Kasten an den freien (sichtbaren) Stellen schwarz gestrichen.
XPS Platten
- Meine 3cm XPS Platten haben sich mit einer neuen Klinge sehr gut zuschneiden lassen.
- Für eine gerade Führung der Klinge benutzte ich eine 2Meter Alulatte.
- Bei 4cm und mehr würde ich einen heißen Draht empfehlen.
- Berücksichtigt beim zuschneiden der XPS Platten die Plattenstärke der Wells. Also die angegebene Tiefe im Programm minus der Spanplattenstärke ergibt die größe der XPS Platte.


- Ein Haufen fertig geschnittener XPS Platten
- Hier sollte jede Platte beschriftet werden, damit der Diffusor später auch wirklich so angeordnet ist wie berechnet.

- Jedes einzelne Teil sollte so gut wie möglich vollflächig geklebt werden. Hier bitte beachten das der PU-Schaum sich ausdehnt. Also sehr dünn auftragen und die Teile mit etwas Druck hin und her schieben damit sich der Kleber auch vollflächig verteilen kann.
Arbeitsschritte
- Schaum
- XPS Platte
- Fin
- Fixieren
- Dann an der Stirnseite wieder Schaum aufgetragen und die beschichtete Spanplatte zwischen den Fins reindrücken und mit einer Steinplatte “zusammen gepresst”.
- Danach unbedingt die beschichtete Spanplatte (Well) nochmal fest andrücken. Damit sie auch vollflächig an der XPS Platte klebt! An den tieferen Stellen habe ich ein XPS Reststück zum andrücken der beschichteten Spanplatte benutzt. Wie im nächsten Bild zu sehen ist, habe ich zu Beginn jede Sequenz einzeln zusammen geklebt und mit einer schweren Steinplatte beschwert. Damit sich das Gewicht der Platte auch gleichmäßig auf die Fins verteilt habe ich eine Holzplatte zur Gewichtsverteilung benutzt.

- Nach ca. 20min ist der Schaum fest genug um die nächste Reihe machen zu können. In der zwischenzeit habe ich an meinem Tisch gearbeitet bzw. die 2 tiefsten Stellen des Diffusors weiß gestrichen :

- Irgendwann aber ist die Höhe und das Gewicht der Platte zu groß

Daher habe ich den Kasten hingelegt und mit 2 Schraubzwingen weiter gemacht. Diese beiden Schraubzwingen (Bild unten) habe ich mir von einem Tischler geliehen. Damit die Schraubzwingen nicht die Fins beschädigen habe ich Schaumstoffreste zwischen gelegt:

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An den 2 Druckpunkten der Schraubzwingen mussten wieder Holzplatten zur Druckverteilung beigelegt werden. Da die Teile ja unterschiedliche tiefen haben, besteht die Gefahr, dass sich die Fins verschieben.
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Mit Abstandhalter zwischen den Fins läßt sich dies vermeiden:

- Hier wurde ich schon etwas mutig und habe immer 4 Sequenz auf einmal zusammen geklebt. Aber auch die extra langen Schraubzwingen werden irgendwann zu kurz. So habe ich auch auf der anderen Seite begonnen. Damit ich diese Teile auch zusammenpressen konnte , habe ich wie im Bild unten zu sehen ist, Holzstücke rein gespreizt:

- Die Sequenzen welche bis zur Rückwand des 1D Diffusor reichen, habe ich mit XPS Reste “ausgefüllt” um auf die 6cm zu bleiben. Um auch die aller letzte Reihe mit Druck zusammenkleben zu können, benutzte ich XPS Reste und Holzstücke. Also zwischen den letzten beiden Fins die XPS Reste reingelegt und zwischen den XPS PLatten dann kleine Holzstücke reingepresst. Die XPS Reste habe ich erst am nächsten Tag vor transport entfernt. Damit der PU-Schaum auch wirklich vollständig ausgehärtet ist.
Das fertige Produkt:

Geschätzt hat der Diffusor rund 100k. Der Transport vom Keller ins Studio war wirklich häftig.
Wie ich zu Beginn schon erwähnt habe kann man ohne weiteres auch 2 oder mehr Teile bauen.
Was das Gewicht deutlich reduzieren würde 
Die Fins habe ich einen Tag vorher gestrichen. Der gesamte Diffusor war an einem Tag zusammen geklebt. Die eine oder andere kleine Stelle noch nach streichen und den Diffusor dann Staubfrei gewischt. (Beim wischen zeigt sich dann deutlich, dass Dispersionsfarbe total ungeeignet ist)
Die kosten noch zusammengestellt:
- komplett zugeschnittenes Holzmaterial 124,00€
- 14 XPS Platten 30mm 60,00€
- 7,5 Liter Dispersionsfarbe 22,00€
- 1 Dose Pistolenschaum 09,00€
- Gesamt 215,00€
Hoffentlich läßt sich der eine oder andere Leser etwas inspirieren 
Nachtrag:
Grundlage habe ich mir von Black Benders erster Bauanleitung geholt. Der gute Mann hat diese Bauanleitung zur Verfügung gestellt, weil seine heutigen Designs weitaus schöner und effektiver sind und er diese Bauart nicht mehr umsetzt.
Hier die erste Bauanleitung: 3 in 1 mobile Stellwand.pdf - File Shared from Box - Free Online File Storage
lg Bert
Studio Waldenstroem